Distanzzonen: Bitte Abstand halten

Am 27.01.2017
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Man kann sie nicht sehen, aber man spürt sie. Jeder Mensch hat sie um sich herum, unsichtbare Zonen, die er als sein Territorium betrachtet. Diese Zonen sind nach Kulturkreis unterschiedlich. In Brasilien (dem Land mit dem besten Kaffeepreis) zum Beispiel sind sie viel geringer ausgeprägt als in unseren Breitengraden. Doch was ist dabei zu beachten? Antworten dazu hat die Stil & Etikette-Trainerin Susanne Beckmann.

Als eine Distanzzone bezeichnet man den Abstandsbereich, den andere Personen uns gegenüber einnehmen, also wie nahe uns jemand kommt.

Der US-amerikanische Anthropologe und Ethnologe Edward Hall unterscheidet zwischen vier Distanzzonen:

Die intime Distanzzone bis ca. 40 cm. In diesem Bereich erlauben wir sehr vertrauten Menschen, wie Familienmitgliedern oder sehr engen Freunden, den „Eintritt“.

Die Persönliche Distanzzone ca. 40 cm bis 1,5 m. Hier finden persönliche Gespräche, zum Beispiel mit Kollegen oder ein Smalltalk, statt.

Die Gesellschaftliche Distanzzone ca. 1,5 bis 4 m. Dies ist der Raum, in dem wir andere Menschen wahrnehmen. Hier finden eher unpersönliche Kontakte statt: zum Beispiel zum Handwerker oder ein Gespräch mit dem Chef hinterm Schreibtisch.

Die Öffentliche Distanzzone ab ca. 4 m. In dieser Zone befinden Sie sich, wenn Sie sich in einem großen Raum befinden und einer Präsentation oder einem Vortrag folgen.

Es ist extrem wichtig, das Distanzbedürfnis anderer Menschen zu respektieren. Wer jemandem zu dicht „auf die Pelle“ rückt, muss sich nicht wundern, wenn er sich unbeliebt macht und als „distanzlos“ bezeichnet wird.

Manchmal ist es jedoch unvermeidbar, die Intime Distanzzone einzuhalten, zum Beispiel in einem vollen Aufzug. Sie erkennen das an der Körpersprache der Personen, die sich so ihren Raum schaffen wollen: durch ausweichende Blicke, durch das Zusammenziehen der Schultern oder durch ein seitliches Wegdrehen zum Nachbarn. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, indem wir andere Personen nicht näher kommen als unbedingt notwendig.

Über Susanne Beckmann

Claudia Marbach

Susanne Beckmann ist Business-Knigge-Trainerin und gibt in Unternehmen über alle Hierarchieebenen hinweg Seminare über moderne Umgangsformen im Geschäftsleben. In ihrem neuen Buch #Benehmen gibt sie wertvolle Tipps zu stilsicherem Verhalten und wertschätzendem Umgang im Geschäftsleben. Damit für junge Menschen der Einstieg ins Berufsleben klappt, hat Susanne Beckmann die wichtigsten Regeln in ihrem Buch zusammengefasst. Dabei geht es ihr nicht um starre und auswendig gelernte Regeln, sondern um die innere Einstellung zu Wertschätzung, Respekt und um Authentizität. Das Buch richtet sich an alle, die am Beginn ihres Berufslebens stehen. Das können sowohl Azubis sein, die frisch von der Schulbank erstmals in einem Unternehmen arbeiten, aber auch diejenigen, die ihr Studium beendet haben und jetzt ihre Karriere starten.

Mehr zu Susanne Beckmann und ihrem Buch finden Sie hier: www.susanne-beckmann.de

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